Der 20. Oktober steht in Deutschland seit 2008 ganz im Zeichen der Alleen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die Alleenschutzgemeinschaft und die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Alleenstraße rufen diesen Tag alljährlich aus, um die prächtigen Baumstraßen in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.
Historische Wurzeln und kulturelle Bedeutung
Das Wort „Allee” stammt vom französischen Verb „aller” (gehen) ab – übersetzt bedeutet es „Baumgang”. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, zur Zeit des Barock, entstand dieser Gestaltungsstil durch Gartenarchitekten wie André Le Nôtre, der auch die Gärten von Versailles geometrisch strukturierte. Perspektivische Baumreihen erlaubten es, den Raum zu beherrschen und zu gestalten. Im 19. Jahrhundert galten Alleen als Zeichen von Reichtum und Besitz – mächtige Bäume säumten Zufahrten zu Herrschaftshäusern. Alte Alleen hatten auch wirtschaftliche Bedeutung: Sie lieferten der ländlichen Bevölkerung Nutz- und Brennholz, Früchte, Tierfutter und Heilmittel.
Natur- und Kulturdenkmale unter Druck
Heute sind Alleen in ihrer Existenz gefährdet. Straßenverbreiterungen, Abholzungen für Infrastrukturprojekte, Beschädigungen durch Straßenbau und unsachgemäße Pflegemaßnahmen setzen diesen Landschaftstypen zu. Gleichzeitig bieten alte Alleen Tieren Lebensraum und prägen die regionalen Landschaften nachhaltig.
Der Fotowettbewerb „Allee des Jahres”
Zum Tag der Allee richtet der BUND einen Fotowettbewerb aus. Aus allen Einsendungen wird die „Allee des Jahres” gekürt – dabei spielen nicht nur das Aussehen, sondern auch die Geschichte, der Artenreichtum und die aktuelle Bedrohungssituation eine Rolle. Mit dieser Aktion machen die beteiligten Organisationen auf die deutschlandweite Gefährdung von Alleebäumen und die Bedrohung der biologischen Vielfalt aufmerksam.
